DIY

Bob Ross Technik mit normalen Ölfarben

2. September 2014
Eine weiße Leinwand auf einer kleinen Staffelei. Daneben liegen Pinsel und Faben bereit.

Kein Problem, dachte ich am Anfang – am Ende wusste ich es besser.

Schon seit ich in einem Bob-Ross-Malkurs mein Ostseebild gemalt habe, wollte ich ein weiteres Bild malen. Aber eines mit herkömmlichen Ölfarben, statt den speziellen Bob-Ross-Farben. Diese Farben sollen für die Nass-in-Nass-Technik besser geeignet sein, weil sie flüssiger sind (und vielleicht noch anderen Zauber enthalten, man munkelt). Ich dachte mir, dass ich die herkömmlichen Farben auch strecken kann und so schön nass malen kann. Außerdem schlummert seit 2 Jahren ein Buch von Bob Ross* in meinem Regal, in dem viele Malanleitungen auf mich warten – und jetzt habe ich dessen Ruf erhört.

Da ich mich spontan für die Umsetzung dieser Experiment-Idee entschieden habe, war ich auch nicht speziell vorbereitet. Deswegen musste das komplette Material aus der Anleitung ersetzen. Ich habe Flüssigweiß durch Gesso, Bob’s Farben durch schnelltrocknende Ölfarbe mit guter Deckkraft ersetzt und statt einer Leinwand einen Block genommen. In der Anleitung haben die Farben ganz tolle Namen wie Karmesinrot, Saftgrün oder Phthaloblau. Um zu wissen was für ein Farbton gemeint ist, habe ich im Internet nach einer Farbtafel gesucht die mir die Farben mit Namen zeigt. So konnte ich vergleichen und eine ähnliche benutzen. Dann konnte es losgehen:

Versuchsablauf

1. die Leinwand behandelte ich mit weißem Gesso vor, welches ich dick auf das Leinenpapierblatt gepinselt habe.

Leinwand, auf der weißes Gesso mit einem Pinsel verstrichen wird.

2. den Himmel habe ich mit ähnlichen Farben kreuzweise aufgemalt und diese dann leicht verwischt.

Auf die Leinwand wurde in einem Rosaton der Hintergrund gemalt.

3. die Bäume tupfte ich mit einem ähnlichen Pinsel und habe Baumstämme mit der Spachtelspitze eingezeichnet.

Auf den Hintergrund wurden Bäume in grün und braun gezeichnet.

4. um die Mühle zeichnen zu können, entfernte ich vorher an dieser Stelle die Farbe. Als ich das Dach zeichnete, ließ sich eine Tatsache nicht mehr ignorieren: es sah nicht gut aus.

Auf die linke Bildseite wurde ein Dach gezeichnet.

Mir wurde gleich ganz heiß und ich musste erstmal etwas Schokolade mampfen. Mein erster Impuls danach war das Bild verschwinden zu lassen. Niemals sollte es jemand zu Gesicht bekommen. Doch dann wirkte die Schokolade und ich beschloss das Bild zu retten. Ich vergaß die Anleitung und verpasste dem Bild Farben und Formen, so wie ich sie haben wollte – etwas verträumter und märchenhafter.

Das Märchenbild zeigt ein kleines Häuschen mit rotem Dach und einen Weg, der zur Tür fürt.

Jetzt habe ich eine verrückte Märchenlandschaft mit einem kleinen Häuschen, dessen Dach ich einfach zum knutschen finde. Und ich freue mich, auch wenn das eigentliche Bild nicht entstehen wollte. Manchmal ändern sich die Pläne einfach während des Machens und es kommt etwas dabei heraus, was man nie erwartet hätte. Ich habe jetzt Freude an dem neuen Bild und eine lustige Geschichte dazu – und zeige es euch und meinen Gästen zu Hause sehr gern!

Hattet ihr auch schon mal ein Kreativ-Projekt, dass sich nicht so umsetzen ließ wie ursprünglich gedacht? Oder hat gerade das improvisierte Ergebnis euer Herz gewonnen? Ich bin sehr gespannt, was ihr mir schreibt (ich lese gern *zwinker*).

PS: Woran ist der Versuch nun eigentlich gescheitert?

Die Farbe war zu dickflüssig und ließ sich nicht mit einfachen Schwüngen und Wischern auftragen. Dadurch musste ich mehr aufdrücken und das Bild sah immer grober und plumper aus.

Ich habe mit Sicherheit falsche Bewegungen zum Auftragen der Farbe gemacht. Im Verlgeich zum Kurs waren im Buch diese Erklärungen viel zu dürftig.

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5 Kommentare

  • Reply Meli 14. September 2014 at 19:06

    Schön, wenn man etwas noch korrigieren kann und du hast es wirklich super hinbekommen. Beim Nähen – mein Hobby – ist es nicht so einfach, etwas anderes draus zu machen. Zugeschnitten ist zugeschnitten. ;-)

    Liebe Grüße
    Meli

  • Reply Evy 19. September 2014 at 13:59

    Ich frage mich, wie dieser Mann das „with NOOOO pressure“ einfach hinbekommt XD

    • Reply Anne 21. September 2014 at 15:31

      Ja, es sieht immer so einfach aus. Erst beim Nachmachen merkt man, dass es doch nicht ganz ohne ist..

  • Reply Nachtbäckerin 12. Oktober 2014 at 17:43

    Schade, dass dieser geniale Maler nicht mehr lebt. Ich wusste nicht, dass es auch Bücher von ihm gibt, die auf Deutsch erschienen sind. Sollte ich direkt mal darüber nachdenken. Ein sehr sympathischer Post, der mich in meinem langehegten Gedanken unterstützt, endlich mal wieder den Pinsel in die Hand zu nehmen.

    Liebe Grüße
    die Nachtbäckerin

    • Reply Anne 15. Oktober 2014 at 22:13

      Ich kann auch sehr einen Malkurs mit einem Bob-Ross-Instructor empfehlen. Der Kurs gefiel mir sehr gut und brachte ein sehr hübsches Bild als Belohnung :-)

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